Senk ju for trevelling wiss Deutsche Bahn

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas über die Notwendigkeit von 3D-Filmen schreiben. Oder überhaupt irgendwas schreiben, zugegeben. Jetzt muss dieses Irgendwas der Erfahrung mit deutschen Beförderungsmitteln weichen. Wieder einmal (wie schon in alten Blogs). Da das Beamen noch in den Kinderschuhen steckt und das Skycar weiterhin auf sich warten lässt, ist man als handelsüblicher Mensch das eine oder andere Mal auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Diese sorgen aber gerne mal und eigentlich ohne Not für einen ganzen Haufen Frustration. Nehmen wir zum Beispiel mal die Bahn. Die Bahn bringt Menschen für 29 Euro quer durchs ganze Land. Wenn man drei Monate vorher schon weiß, dass man verreisen will. Allerdings funktioniert auch das nur, wenn nicht gerade Winter oder Sommer ist. Denn das es im Winter kalt wird, war vorher nicht abzusehen und diese neumodische Erfindung, Schnee, ist auch noch gänzlich unerforscht und allgemein macht man ja nicht jeden Quatsch, der gerade in ist, wie Pünktlichkeit oder Kundenfreundlichkeit mit. Na gut, Kundenfreundlichkeit ist gerade nirgends in. Aber wenn ein Zug an einem Startbahnhof, nicht an einem Durchgangsbahnhof, um 12:41 Uhr losfahren soll und um 12:45 Uhr noch nicht einmal in Sicht ist, kann man davon ausgehen, dass die „verspätete Abfahrt von fünf Minuten“ eine glatte Lüge ist. Ein genialer Schachzug der Gesellschaft ist es dann, die ohnehin ziemlich aufgebrachten Kunden mit Gratiskaffee zu beruhigen. Gratisvalium würden da eher für entspannte Gemüter sorgen. Und nebenbei auch noch für die erhöhte Sicherheit des Servicepersonals, das in einem Zug mit 90 Minuten Verspätung den Zorn der Fahrgäste voll abbekommt. Sie glauben doch nicht im Ernst, es würde sich auch nur ein einziger Schaffner oder sonst irgendein verantwortlicher zeigen.

Falls doch, wäre es natürlich völlig übertrieben, zu erwarten, dass die Leute, mit denen man selbst ruhig und gelassen versucht zu kommunizieren, gleichfalls die Ruhe bewahren, tief einatmen und langsam innerlich bis zehn zählen. Da wird losgeledert: „Ist mir doch egal!“ ist noch das Netteste, was man zuhören bekommt. Im gleichen freundlichen Ton wird man auch schon mal gebeten, statt des gebuchten Sitzplatzes im ICE auf die Regionalbahn umzusteigen, wenn es einem nicht passt, dass die Sitzplatzreservierung für die man für sich und seine Familie bezahlt hat, für hinfällig erklärt wurde, weil der Wagen heute leider nicht dabei ist. „Man“ und „einem“ bin dabei übrigens ich in Personalunion. Auch die Aneinanderreihung der Wagen in der entsprechenden Reihenfolge muss für den vereinfachten Betrieb nicht gegeben sein. 5, 1, 12, 8. Setzen Sie logisch fort! Nach einem Gespräch mit dem Lokführer wird man schlauer.

„Kulanz? Die liegt da vorne im Schnee! Sie können auch hierbleiben, ich verdiene auch ohne Sie mein Geld!“ Klare Aussagen. Zum Glück ist die erwähnte Kundenfreundlichkeit seit ein paar Jahren außer Mode.

Ähnliches Verhalten gilt übrigens auch bei den Busfahrern, zumindest in Kiel. Die Halbgötter in dunkelblau (mit roter Krawatte) mögen es nämlich gar nicht, wenn man sie kurz darauf hinweist, das man das Anbrüllen ihrerseits für unangebracht hält, wenn man mit seinem Kinderwagen nicht mehr Platz machen kann, da circa 50 Schulkinder im Weg sind.

Ein kurzes Gespräch an der Endhaltestelle bringt Aufklärung:

„Sie hätten die Kinder wegschubsen müssen, um mehr Platz für andere Fahrgäste zu machen!“

Ach so. Das ist interaktiv. Entschuldigung. Wenn ich Montag wieder Bus fahre, weise ich Plätze zu und kontrolliere selbstständig und unentgeltlich, das versteht sich von selbst, die Fahrscheine der Fahrgäste. Kann man ja mal machen, bei dem Service. Immerhin wird es niemals langweilig. Mal kommen die Busse zu spät, ab und zu früh und wenn man ganz viel Glück hat, gar nicht. Vielleicht ist auch die Pünktlichkeit außer Mode.

Schlussendlich noch:

Dieser Zug bleibt aufgrund eines Lokführerstreiks heute stehen. Wo Sie hinwollen und wie Sie das schaffen, ist uns egal. Wir hoffen, Sie bald wieder an Bord einer unserer Züge begrüßen zu dürfen, vorausgesetzt es ist nicht im Sommer, wenn die Klimaanlagen nicht funktionieren oder im Winter, der uns im Dezember wieder völlig überraschen wird. Läidis and Schäntelmän. Senk ju for trevelling wiss Deutsche Bahn.

 

Bilderquelle: KLICK

Advertisements

1 Response to “Senk ju for trevelling wiss Deutsche Bahn”


  1. 1 42 05/03/2011 um 1:06 pm

    3D wäre toll gewesen ;) Darf einen 3D Plasma mein Eigen nennen.
    Zu der Bahn … Streiken verboten sage ich nur! Die leidtragenden sind nur jene die der Umwelt zuliebe auf die Öffentlichen ausweichen!!!

    Mehr Geld dürfen nur jene fordern die auch wieder pünktlich farhen. Vorher nicht!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Kategorien

Twitter

Fehler: Twitter hat nicht geantwortet. Bitte warte einige Minuten und aktualisiere dann diese Seite.

Mein geistiges Alter heute:

Laut Dr. Kawashima 27 Jahre.


%d Bloggern gefällt das: